Der Mops

Baby Mops

Baby Mops

Alfred Brehm mochte Möpse nicht. 1869 beendete er sein berühmtes Nachschlagewerk Brehms Thierleben: »Die Welt wird nichts verlieren, wenn dieses abscheuliche Thier sammt seiner Nachkommenschaft den Weg allen Fleisches geht.« So weit ist es zum Glück nicht gekommen, im Gegenteil: Möpse gehören neuerdings zu den beliebtesten Hunden in Deutschland.

 Wir erwarten nicht nur alte Damen (laut Brehm die häufigsten Mopsbegleiterinnen), sondern auch viele Kinder, junge Paare und Männer. Möpse faul und unsportlich? Nicht die Spur. Und wer dennoch Zweifel hat, wird hier bald völlig überzeugt sein:“Multum in parvo”, dies bedeutet viel Kraft in kleinem Körper, ein Kraftpaket.

 Im Rasseprofil des Verbands für das Deutsche Hundewesen heißt es: viel Masse auf kleinem Raum. Damit ist zunächst die Mopsstatur gemeint. »Wer einen ganz dünnen Hund will, soll sich einen Windhund holen«, sagt Helga Schukat trotzig, die Geschäftsführerin des Deutschen Mopsclubs e.V.

Viel Masse auf kleinem Raum, das trifft auch auf die inneren Werte zu. Im Mopspaket steckt ein großer Charakter. Angst vor größeren Hunden? Kommt beim Mops nicht vor. Die gute Seele kann sich gar nicht vorstellen, dass ein anderer Hund ihr etwas Böses will, und erkennt Aggression oft gar nicht.

Friedfertig ist die Rasse, und das war Voraussetzung für ein fröhliches Mopstreffen. Keine Beißereien, kein stundenlanges Gekläffe – ein voller Erfolg.

Brehms Mopsverachtung? Absurd, das finden hier natürlich alle, denn sie wissen: Der Mops kann lachen wie ein Kind. Und wenn ein hingegossenes Häufchen Mops hinter den Ohren gekrault wird, macht es wonnige Geräusche, die irgendwo zwischen dem Grunzen eines Schweines und dem Schnurren einer Katze liegen.

Senior Mops

Senior Mops

Ach ja, auch darin hatte Loriot so recht, als er befand: Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos. Eine stetig wachsende Zahl Deutscher scheint es auch so zu sehen. In der Hunderassenstatistik einer Haustierversicherung belegt der Mops 2011 den siebten Platz. In Bayern liegt er an fünfter Stelle, in Bremen sogar auf Rang vier.

Wer einmal einen Mops hatte, will nie wieder einen anderen Gefährten. Den Mops nicht zu beachten ist das Schlimmste, was man ihm antun kann. In Amerika ist er als “velcro dog“ Klettverschlusshund, bekannt. Er will immer ganz nah bei seinem Menschen sein. Beim Spaziergang schaut er sich alle naselang prüfend um: Ist er, ist sie noch hinter ihm?

Es gilt bei ihm die olympische Devise: Dabei sein ist alles. Ob Cocktailparty oder Büro, der Mops legt seine runzelige Stirn in tieftraurige Falten, wenn er nicht mitdarf. Helga Schukat, die Geschäftsführerin des Deutschen Mopsclub e.V., weiß von etlichen Möpsen, die ihre Besitzer zur Arbeit begleiten: »Wenn Frauchen oder Herrchen sich am Schreibtisch hinsetzt, setzt der Mops sich halt auch hin.«

Er fürchtet nicht einmal Schlachtengetümmel. So zog mit Herzog Karl Alexander von Württemberg 1717 auch sein Mops in den Krieg um Belgrad. Der Hund verlor seinen Herrn während der Schlacht zwischen kaiserliche und osmanischen Truppen aus den Augen; auf der Suche nach dem Herzog lief er bis zum Schloss Winnenthal bei Winnenden zurück. Dankbar errichtete ihm der Herzog ein Denkmal, das noch heute zu besichtigen ist.

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